Ransomware trifft längst nicht mehr nur Konzerne: Über die Hälfte aller erfolgreichen Angriffe in Deutschland richtet sich gegen Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden. Die gute Nachricht - die wirksamsten Gegenmaßnahmen sind weder teuer noch kompliziert.
Warum gerade KMU im Fokus stehen
Angreifer automatisieren ihre Suche nach verwundbaren Systemen. Ob ein Unternehmen 20 oder 2.000 Mitarbeitende hat, spielt dabei keine Rolle - entscheidend ist, wie leicht der Zugang gelingt. KMU sind häufig das leichtere Ziel, weil Updates aufgeschoben werden und Verantwortlichkeiten unklar sind.
Die 7 Maßnahmen
1. Zwei-Faktor-Authentifizierung überall aktivieren. Die einzelne Maßnahme mit dem größten Effekt: Selbst gestohlene Passwörter werden damit weitgehend wertlos.
2. Backups nach der 3-2-1-Regel. Drei Kopien, zwei Medientypen, eine davon außer Haus - und mindestens einmal im Quartal die Wiederherstellung testen.
3. Updates automatisieren. Was sich automatisch aktualisiert, wird nicht vergessen. Das gilt für Betriebssysteme genauso wie für Router und NAS-Systeme.
- 2FA für E-Mail, VPN und Admin-Zugänge aktiv?
- Letzter erfolgreicher Backup-Wiederherstellungstest dokumentiert?
- Automatische Updates auf allen Servern und Clients?
- Notfallkontakte auch offline verfügbar?
4. Berechtigungen nach dem Minimalprinzip. Jeder Zugang, den es nicht gibt, kann nicht missbraucht werden. Admin-Rechte gehören nicht auf Arbeitsplatzrechner.
5. Phishing-Übungen durchführen. Der Klick auf den falschen Anhang bleibt Einfallstor Nummer eins. Regelmäßige, kurze Übungen wirken besser als jährliche Pflichtschulungen.
6. Notfallplan auf Papier hinterlegen. Wenn die Systeme stehen, hilft kein Wiki. Telefonnummern, Zuständigkeiten und erste Schritte gehören ausgedruckt in den Schrank.
7. Externe Zugänge regelmäßig überprüfen. Fernwartungszugänge von Dienstleistern sind beliebte Hintertüren - jede Freigabe braucht ein Ablaufdatum.
„Die meisten erfolgreichen Angriffe scheitern nicht an fehlender Technik - sie gelingen, weil niemand zuständig war.“
Prioritäten setzen
Nicht alles auf einmal: Beginnen Sie mit 2FA und Backups - beides ist in einer Woche umsetzbar. Danach folgen Updates und Berechtigungen. Für die organisatorischen Punkte lohnt ein fester Termin pro Quartal.
Fazit
IT-Sicherheit im Mittelstand ist vor allem eine Frage von Zuständigkeit und Routine. Wer die sieben Maßnahmen umsetzt, ist besser aufgestellt als die Mehrheit vergleichbarer Unternehmen - ganz ohne Sicherheitsbudget eines Konzerns.